Friedhof im Zentrum des Orts Simmering

Simmeringer Ortsfriedhof: Geschichte und Entwicklung, Aus- und Umbau-Arbeiten •Verfallene Rinnböck-Kapelle: Ist eine Renovierung möglich?

Der im Gebiet des Kirchberges (St. Laurenz-Kirche) und der heutigen Kobelgasse gelegene Ort wurde als "Simmanningen" urkundlich erstmals im Jahr 1028 erwähnt. 1848, mit dem Ende der Grundherrschaft, wurde Simmering zur freien Gemeinde.

Bereits im Jahr 1267 wurde das Bestehen einer Kirche in Simmering erwähnt. Wann der um die Kirche angelegte "Bergfriedhof" errichtet wurde, ist nicht überliefert. Da jedoch die Erhebung zur Pfarre meist auch die Errichtung eines Friedhofes zur Folge hatte, dürfte auch der Bergfriedhof im 14. Jahrhundert bestanden haben.

Der Anordnung Kaiser Josephs II. zur Schließung innerhalb von Ortschaften befindlicher Kirchhöfe entkam der Bergfriedhof, dessen Fläche 1784 "155 Quadratklafter" umfasste, durch das Erfüllen zahlreicher Auflagen. Im 19. Jahrhundert wurde der Friedhof laufend vergrößert. Im Jahre 1905 verfügte er bereits über eine Fläche von 22.539 Quadratmeter. Die zwischen den Jahren 1896 und 1908 durchgeführten Erweiterungen wurden als "Neuer Teil" bezeichnet.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges waren zahlreiche Instandsetzungsarbeiten notwendig geworden und es wurde eine Einfriedungsmauer in der Länge von 325 Meter neu errichtet. Im Jahr 1962 wurde wegen der Errichtung des Kaiser-Ebersdorfer Sammelkanals mit der Zuschüttung des mitten durch die Gräbergruppen führenden Seeschlachtgrabens begonnen. Auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es laufend zu Umbauarbeiten und Erweiterungen.

Rinnböck-Kapelle
Auf dem Simmeringer Ortsfriedhof befindet sich die neugotische Grabkapelle von Josef Rinnböck und seiner Familie. Dem 1880 verstorbenen Gemeinderat ist sogar eine Straße im Bezirk gewidmet, die Familie gehörte zu den bedeutendsten im 11. Bezirk, ist aber schon seit langem ausgestorben. Traude Fritz, Verwalterin des Simmeringer Ortsfriedhofs, hat sich die Renovierung dieses verfallenden Baujuwels zum Anliegen gemacht.

Fritz ist bereits in dritter Generation auf dem Simmeringer Friedhof tätig und hat sich daneben gänzlich der Kunst verschrieben. Seit Jahren gibt die ausgebildete Sängerin Konzerte (von Mozart bis Frank Sinatra), ihr Markenzeichen ist ihre kräftige Alt-Stimme.

Traude Fritz (unten), die "singende Friedhofsgärtnerin" von Simmering. Sie will nicht nur eine erstklassige Friedhofsgärtnerei in Schwung halten, sondern hat sich vorgenommen, die Renovierung der Rinnböck-Kapelle (Foto oben) zu initiieren. Mitstreiter für ihr Vorhaben sind bereits gefunden, nun hat man sich auf die Suche nach möglichen Sponsoren begeben.


Quelle: MEDIAprint - JOURNAL SIMMERING, Ausgabe 4/2004


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